Der Feldrittersporn – Blume des Jahres 2026

Mit seiner leuchtenden Blütenfarbe und seinem eleganten Sporn steht der Feldrittersporn sinnbildlich für die Schönheit, aber auch die Fragilität der Natur auf dem Acker. Als Blume des Jahres 2026 mahnt er uns, dass Artenvielfalt kein Selbstläufer ist – und dass wir aktiv werden müssen, wenn wir wollen, dass unser Land auch morgen noch in lebendigen Farben blüht.

Inmitten weitläufiger Getreidefelder, dort wo früher das sattblaue Leuchten von Kornblumen und Mohn dominierte, erschien einst eine besondere Pflanze: der Feldrittersporn (botanisch Consolida regalis). Nun, da er von der Loki-Schmidt-Stiftung zur „Blume des Jahres 2026“ gekürt wurde, rückt der Feldrittersporn in den Fokus – der dramatische Rückgang der Ackerwildkräuter in unseren Agrarlandschaften.

Der Feldrittersporn ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse und erreicht eine Höhe von bis zu etwa 50 cm. Seine intensiv blau-violetten Blüten, die zwischen Mai und September erscheinen, zeichnen sich durch einen charakteristischen langen Sporn aus, in dem sich der Nektar verbirgt. Seine auffällige Erscheinung macht ihn zu einem besonderen Blickfang in der Natur.

 

Feldrittersporn steht stellvertretend für viele Ackerwildkräuter

 

Hinter der Wahl zur Blume des Jahres steckt jedoch mehr als nur Schönheit. Der Rittersporn steht stellvertretend für viele Ackerwildkräuter, die durch moderne Landwirtschaft zunehmend verdrängt werden. Intensivere Anbaumethoden, der Einsatz von Herbiziden und Düngemitteln sowie die Verdichtung der Böden führen dazu, dass diese Pflanzen kaum noch Lebensraum finden. In allen deutschen Bundesländern steht der Feldrittersporn inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Dabei spielt er eine wichtige Rolle für das Ökosystem. Nur Insekten mit einem längeren Rüssel können den tief verborgenen Nektar erreichen. Besonders Wildbienen und Schmetterlinge profitieren von seiner langen Blütezeit. Somit trägt der Feldrittersporn zur biologischen Vielfalt bei und ist ein bedeutendes Bindeglied in einem funktionierenden Ökosystem.

Wie viele seiner Verwandten ist auch der Feldrittersporn leicht giftig. In der Vergangenheit wurde er trotzdem medizinisch genutzt, unter anderem wegen seiner harntreibenden und wurmtreibenden Wirkung. Heute steht er stellvertretend für ein traditionelles Pflanzenwissen, das zunehmend in Vergessenheit gerät.

Die Ernennung des Feldrittersporns zur Blume des Jahres ist auch ein Aufruf zum Handeln. Jeder kann einen Beitrag leisten: durch das Anlegen von Blühstreifen, den naturnahen Gartenbau oder das Sensibilisieren des persönlichen Umfelds. Selbst kleine Flächen mit heimischen Wildpflanzen können zu wertvollen Rückzugsräumen für Insekten werden.

Fazit: Der Feldrittersporn ist nicht nur ein wunderschönes Ackerwildkraut, sondern auch ein stummer Botschafter für den Verlust der Artenvielfalt. Seine Wahl zur Blume des Jahres 2026 soll uns daran erinnern, wie wichtig es ist, die Biodiversität aktiv zu schützen und unseren Umgang mit der Natur zu überdenken.

 

IKV e.V. unterstützt die Loki-Schmidt-Stiftung

 

Das IKV e.V. unterstützte die Loki-Schmidt-Stiftung bereits mehrfach mit Spenden. Dazu wurde erstmals am 15. März 2023 der Loki-Schmidt-Stiftung am Rande des Wittmoors, nördlich von Hamburg, ein Scheck mit Fördergeldern übergeben. Auch 2024 und 2025 konnte unser Verein die Arbeit der Stiftung mit Spenden unterstützen, die aus Beiträgen unserer Fördermitglieder und Mitglieder resultieren. Unterstütze uns gerne bei unseren Zielen für Klima- und Naturschutz. Werde Mitglied im IKV e.V.

 

Foto: © Loki-Schmidt-Stiftung_Herrmann Timmann