Heidelandschaften – wertvoller Beitrag für den Schutz der Natur

In der Steinzeit haben Menschen die Heidelandschaften geschaffen. Brandrodungen, Beweidung und folgende Bodenerosionen führten zu den kärglichen Landschaften. Doch heute leisten Heidelandschaften einen wertvollen Beitrag für die Natur.

Viele Menschen denken heute bei Heidelandschaften an blühendes und immergrünes Heidekraut und Heidschnucken, wie in der Lüneburger Heide.
Weniger bekannt ist, dass viele Heidelandschaften durch den Menschen geschaffen – oder besser gesagt: verursacht – wurden, denn natürlich entstandene Heidelandschaften sind eher selten.

 

Die Entstehung der Heidelandschaften in der Steinzeit

 

Experten gehen davon aus, dass die Ursprünge vieler Heidelandschaften in der Steinzeit, also vor zirka 5.000 Jahren, liegen. Die damaligen Bauern drängten durch Brandrodungen die Wälder immer weiter zurück. Es folgte eine starke Beweidung der Flächen. Die Humus- oder Torfschicht wurde vielfach als Streu für die Tiere und als Brennmaterial genutzt.

Die heutigen Heidelandschaften sind maßgeblich vom Menschen geprägt, sind überwiegend waldfrei und mit niedrigen Zwergsträuchern bewachsen. Diese Pflanzen kommen mit dem nährstoffarmen Boden gut zurecht und zeigen eine oftmals erstaunliche Vielfalt von verschiedenen Arten der Heide sowie Krähen- und Heidelbeeren. Immer wieder sind auch Ginster und Moose in den Heidelandschaften zu finden.

 

Schutz der Heidelandschaften als Ökosysteme

 

Heidelandschaften sind faszinierende Ökosysteme und spielen eine wichtige Rolle für die Natur. Sie bieten nicht nur den typischen Heidepflanzen Lebensraum. Auch verschiedenen Arten von Tieren erhöhen die Biodiversität der Natur. Heidelandschaften sind wichtige Rückzugsorte für bedrohte Arten geworden. Dazu gehören bedrohte Vogelarten wie der Birkhahn, seltene Insekten und Reptilienarten und auch Kleinwild wie Fuchs und Hase.

Heidelandschaften sind wertvolle Naturräume geworden, die es zu schützen gilt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Heidelandschaften unter Schutz gestellt. Dabei hat man sich entschieden, die Heiden nicht wieder zu Wald werden zu lassen, sondern dies einzigartigen Ökosysteme zu schützen und zu pflegen.

Zur Pflege der Heidelandschaften werden deshalb oft Schafe und Ziegen eingesetzt, die die Heide frei von Sträuchern und Bäumen halten. In der brandenburgischen Schönower Heide setzt man auf den großen Flächen der Heide auch Rot-, Dam- und Muffelwild als „Landschaftspfleger“ ein.

 

Die deutschen Heideregionen im Norden Deutschlands

 

Die größten Heidelandschaften in Deutschland befinden sich vor allem in Norddeutschland, insbesondere in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Der Naturpark Lüneburger Heide gehört sicher zu den bekanntesten und größten Heidelandschaften. Das Schutzgebiet Lüneburger Heide umfasst zirka 23.440 Hektar.

Auch in Brandenburg und Teilen der Mecklenburgischen Seenplatte weisen Heidelandschaften auf. Östlich von Berlin finden sich die Schorfheide und die Schönower Heide. Die Schönower Heide, Teil des Naturparks Barnim, umfasst zirka 400 Hektar und wurde 2000 zum Naturschutzgebiet erklärt und erhielt durch die EU den Status eines zu schützenden FFH-Gebietes (Flora-Fauna-Habitat).

 

IKV e.V. unterstützt Schönower Heide e.V.

 

Der IKV e.V. hat sich entschieden den Verein Schönower Heide e.V. mit einer Spende in Höhe von 3.000 EUR zu unterstützen. Die Spende wird die Umsetzung einer mobilen Ausstellung von Kindern zum 20-jährigen Jubiläums des Schönower-Heide-Vereins e.V. und des bevorstehenden 30. Jahrestages des Naturschutzgebietes Schönower Heide fördern.

Kinder der Naturparkschule in Schönow gestalten eine mobile Ausstellung zu Themen wie Artenvielfalt, Geschichte und Naturschutz. Die persönlichen Eindrücke der Kinder werden kreativ aufbereitet – mit Bildern, Texten, Modellen, Interviews, Audioaufnahmen oder digitalen Präsentationen.

Die Ausstellung wird öffentlich in der Schule, im Rathaus, bei Veranstaltungen des Vereins oder im Rahmen eines Jubiläumsfests gezeigt. So werden Kinder mit der Tier- und Pflanzenwelt dieser Naturschutzgebiete vertraut gemacht und erlangen Wissen durch Erleben dieser einzigartigen Landschaften.

 

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Unser Blogbeitrag hat inhaltliche Anregungen von Naturschutzfonds.de, UTOPIA.de und Schönower-Heide-Verein.de aufgegriffen.

 

 

Foto: © Dr. Peter Schmidt privat